Delogierung als letztes Mittel
Die Delogierung ist der Abschluss einer Räumungsklage, die Zwangsräumung. Es bedeutet, dass Sie auch gegen Ihren Willen die Wohnung verlassen müssen und diese in Anwesenheit eines Gerichtsvollziehers ausgeräumt wird. Haben Sie es soweit kommen lassen, dann kommt nicht nur die Sorge um eine neue Bleibe, sondern auch einiges an Kosten auf Sie zu. Die Räumungsexekution beantragt Ihr Vermieter ebenfalls beim Gericht.
Dieses beauftragt dann einen Exekutor. Alle Kosten, die durch die Einlagerung von Möbeln, die Entsorgung von Müll und im Extremfall auch die für den Kammerjäger tragen Sie als Mieter. Auch, wenn der Vermieter diese zunächst einmal übernimmt, werden die Ausgaben für die Delogierung dann Ihnen zu Lasten gelegt. Lesen Sie auch unseren detaillierten Ratgeber zu den Kosten einer Räumungsklage in Österreich.
Soweit müssen und sollten Sie es nicht kommen lassen, zumal ein Einspruch und das Abwehren einer Delogierung nicht einfach und ebenfalls wieder kostenintensiv ist. Um Kosten zu minimieren, empfehlen wir Ihnen, im Falle einer drohenden Zwangsräumung, die Mietwohnung freiwillig zu verlassen und besenrein zu übergeben. Geben Sie dem Vermieter auch alle Schlüssel zurück. So muss kein Schlosser gerufen werden, der das Schloss aufbricht oder austauscht, weil Sie noch im Besitz von Schlüsseln sind.
Was kann man als Mieter gegen die Kündigung tun?
Der häufigste Grund für eine fristlose Kündigung durch den Vermieter ist, wie schon erwähnt, ein qualifizierter Mietrückstand. Um die Kündigung abzuwehren, gibt es nur eine Möglichkeit, die vollständige Bezahlung der Mietschulden. Das ist einfach gesagt, aber zumeist liegt der Grund für die Mietrückstände am leeren Geldbeutel des Mieters. Es gibt viele Gründe, warum man einmal die Miete nicht bezahlen kann.
Schämen Sie sich nicht davor und suchen Sie sich Hilfe, um die Außenstände zu begleichen. Beim Verlust der Wohnung kann viel Leid folgen. Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter! Oftmals kann man sich schon durch ein offenes Gespräch vor einer fristlosen Kündigung des Vermieters schützen. Hilft dies nicht, finden Sie Hilfe bei Mietervereinigungen oder einem Anwalt für Mietrecht. Dieser begleitet Sie auch durch den Prozess einer Räumungsklage, sollte es soweit schon gekommen sein.
Wo erhält man Hilfe bei einer fristlosen Kündigung?
Doch es gibt auch noch weitere Stellen, die Ihnen helfen, Ihre Wohnung zu behalten. Die Wohnungssicherung der Caritas zum Beispiel kann durch rechtzeitige Hilfen den Wohnungsverlust verhindern. Die Mitarbeiter helfen Ihnen, wenn Sie eine Mahnung vom Vermieter erhalten haben, wenn Sie Probleme mit der Bezahlung der Mieter haben und wenn eine Zwangsräumung droht. Darüber hinaus bekommen Sie Beratung zu Anträgen auf Wohnbeihilfe und mietrechtlichen Angelegenheiten.